Tier- und naturgestützte Pädagogik ist die Einbindung des Tieres und der Natur in das pädagogische Handlungsfeld. Dabei wird insbesondere die positive und einmalige Wirkung der Tiere für den Menschen erfahr- und nutzbar gemacht.

Die Kinder können bei Tierkontakten das Tier anfassen, sich einfühlen, es anfassen und anschauen und sich über das Verhalten klar werden. Sie können die Bedürfnisse des Tieres kennen und respektieren lernen und sehen, wo die eigenen Bedürfnisse und Grenzen liegen. Das Umsorgen des Tieres fördert die Ausdauer, Selbständigkeit, Sorgfalt, Achtsamkeit und die Verantwortung. Das Tier spricht uns Menschen ganzheitlich an und ermöglicht es uns so auf allen Ebenen zu wachsen: emotional, sozial, körperlich und kognitiv.

Wie bei Erwachsenen wirken Tiere auch bei Kindern stressmindernd und ihr Zutrauen stärkt das Selbstwertgefühl. Die Kinder lernen sich in andere Lebewesen einzufühlen, nonverbales Ausdrucksverhalten zu verstehen, Verantwortung zu übernehmen und für andere zu sorgen. Diese Fähigkeiten nützen ihnen im Umgang mit anderen Menschen und das Sozialverhalten wird dadurch markant verbessert. So erstaunt es nicht, dass Kinder, die mit Tieren aufwachsen von Gleichaltrigen für Sozialkontakte bevorzugt werden.

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Aber auch die Natur spielt eine wichtige Rolle. Denn längst spielt sich der Alltag von Kindern und Jugendlichen mehr drinnen als draussen ab. Längere Schultage, elterliche Ängste, steigender Medienkonsum und andere Faktoren stehen den Möglichkeiten zur Naturerfahrung gegenüber. Man könnte sogar sagen, viele Menschen leiden am Natur-Defizit-Syndrom. Doch Naturerfahrungen braucht es, um eine Verbindung zur Natur und letztlich zu sich selbst zu erfahren. Wir sind schliesslich alle Teil der Natur. Um zu gesunden und voll funktionsfähigen Menschen heranzuwachsen und auch so zu bleiben, benötigen wir ausreichend Zeit, in der wir mit der Natur interagieren und spielen, in ihr neugierig, wachsam und lebendig sein können und dabei die Verbundenheit allen Lebens erkennen. Wenn wir Fakten ebenso wie Vorstellungskraft annehmen und logische Beweisführung mit Intuition kombinieren, bildet sich durch Erfahrungen aus erster Hand das intellektuelle Verstehen aus.